Inhalt Heft 1/2019

Verrat am Vorsorgeprinzip und Besorgnisgrundsatz – Ein Paradigmenwechsel im deutschen Umweltrecht?
H-P. Lühr» Seite 1

1. Anmerkungen zur Berücksichtigung von Belastungen der Bodenluft im Baurechtsverfahren
( A note on soil gas contamination and building regulations
keywords: Soil gas, vapour intrusion, residential buildings, building regulations
abstract: In growing cities (e. g. Hamburg, Germany) there is an increasing number of residential buildings in brownfield areas and areas with contaminated groundwater. Therefore there exists a need for regulations on behalf of the safety of the inhabitants. In Germany the risk of vapour intrusion has hitherto found less attention than in other European countries. In this note some ideas are developed for conditions in building permits.)

Die zunehmende Bebauung mit Wohnhäusern auf ehemalig gewerblich genutzten Grundstücken sowie auf Grundstücken im Einflussbereich von Grundwasserkontaminationen macht es erforderlich, im Rahmen der behördlichen Bearbeitung von Bauanträgen Hinweise zu notwen­digen Maßnahmen zur Einhaltung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu geben. Hierzu gibt es in Deutschland bisher nur wenige Vorschläge. Für den Bereich der Freien und Hansestadt Hamburg werden hiermit einige Überlegungen vorgestellt, die den zuständigen Behörden Anhaltspunkte für entsprechende Hinweise oder Auflagen geben.

Ch. A. Gillbricht
» Seite 5

2. Beendigung langlaufender Grundwassersanierungen – Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
(Finalization of prolonged groundwater remediation – A matter of appropriateness
keywords:Groundwater remediation, public law, appropriateness guidance
abstract: The principle of appropriateness applies to all acts referring to public law, including soil and water protection law. The competent authority in charge has to verify, if and to which extent a remediation of groundwater contamination is appropriate. The Hessian Guidance for the Remediation of Groundwater Contamination introduces a toolbox aiming to support the respective authority in decision-making about the necessity, the suitability and the appropriateness of so-called pump-and-treat processes.)

Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gilt für alle Eingriffe im öffentlichen Recht, so auch im Bodenschutz- und Wasserrecht. Die Prüfung der Verhältnismäßigkeit bei Grundwassersanierungen ist Aufgabe der zuständigen Behörde. Mit der Vorstellung zweier Werkzeuge stellt die hessische Arbeitshilfe zur Sanierung von Grundwasserverunreinigungen den Bodenschutzbehörden erstmals ein Instrumentarium zur Verfügung, mit dem unter anderem auch die konkrete Entscheidung, ob der Weiterbetrieb einer Pump-and-Treat-Maßnahme erforderlich, geeignet und angemessen ist, herbeigeführt werden kann.
B. Meise, V. Zeisberger
» Seite 10

3. Verfahren zur Stabilisierung und Verfestigung im internationalen Vergleich – Möglichkeiten und Grenzen
( The Stabilization/Solidification Process from an International Perspective – Challenges and Limitations keywords:Stabilization/Solidification, mercury, radium, ettringite, macro-encapsulation, pelletization
abstract: This paper is giving a comprehensive overview about challenges and limitations concerning “Stabilization/Solidification”, as a current state-of-the-art waste treatment technology, particularly applied to contaminated soil and similar industrial or even hazardous mineral waste types. A brief introduction about legal terms is given based on examples from the USA and Germany. Applications are demonstrated for various metals such as for mercury and radium, which require a specific stabilization. Problems are highlighted, particularly in case that sulfidization of metals is performed prior to solidification with common portland cement, which results under certain conditions in the formation of the destructive minerals, ettringite and thaumasite. General components of a conventional stabilization/solidification plant and more specific applications such as the use of sorel cement, macro encapsulation by pelletization and oil and gas specific stabilization/solidification of drill cuttings were described.)

In diesem Artikel wurde versucht einen möglichst umfassenden Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen, unter Einbeziehung des derzeitigen technischen Standes, von Stabilisierungs-/Verfestigungsverfahren im internationalen Vergleich zu geben. Im Vordergrund stand dabei die Anwendung bei der Behandlung kontaminierter Böden und ähnlicher (teilweise auch gefährlicher) mineralischer Abfälle. Rechtliche Hintergründe, Anforderungen und Terminologien wurden anhand gängiger Regelwerke aus den USA und aus Deutschland kurz erläutert. Dabei wurde der Schwerpunkt auf die Stabilisierung von Metallen, sowohl chemotoxischer als auch radiotoxischer Natur gelegt. Es wurden insbesondere Probleme bei der Sulfidisierung von Metallen (insbesondere Quecksilber) in Zusammenhang mit der Verfestigung unter Einbeziehung herkömmlicher Portlandzemente beschrieben, die unter Umständen zur Bildung zerstörend wirkender Minerale wie Ettringit und Thaumasit führen. Der generelle Aufbau von konventionellen Stabilisierungs-/Verfestigungsanlagen wird ebenso beschrieben wie der Einsatz von Sorel-Zement, Makro-Einkapselung durch Pelletierung und spezielle Anwendungen bei der Behandlung von Bohrklein (Drill Cuttings) in der Öl- und Gasindustrie.
R.B. Richter
» Seite 17

Nachbetrachtung zum XXV. Sächsischen Altlastenkolloquium
» Seite 27

ZIM-Kooperationsnetzwerk ­PerFluSan geht in die zweite Phase
» Seite 28

Pilotjahrgang beendet deutschlandweit einzigartige Ausbildung zum Fachplaner Kampfmittelräumung
S. Henrici, M. Kötter
» Seite 29

ITVA-Mitteilungen » Seite31

altlasten news » Seite 34

Veranstaltungsvorschau » Seite 37 



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